Das Rennen – SALOMON ZUGSPITZ ULTRATRAIL

Zugspitz Ultratrail 2011

Zugspitz Ultratrail 2011

Spannendes Rennen an der Spitze des SALOMON ZUGSPITZ ULTRATRAILWie kaum anders zu erwarten bestimmten die beiden Spanier Miguel Heras und Iker Karrera Aranburu von Beginn an das Rennen an der Spitze auf der langen Strecke. Mathias Dippacher setzte sich hinter den beiden Spaniern von Beginn an auf die dritte Position, die er bis zum Ende des Rennens behaupten sollte. Der Südafrikaner Ryan Sandes blieb einige Zeit auf Platz sechs und lief erst auf der zweiten Hälfte auf Dippacher auf, der sich allerdings auf den letzten Kilometern wieder absetzen konnte. Am Ende betrug sein Vorsprung auf den „Sandmann“ rund vier Minuten. Miguel Heras vom TEAM SALOMON SPAIN setzte sich entscheidend erst auf den letzten Kilometern von seinem Landsmann ab und holte sich nach 10:55 Stunden den Sieg beim ersten SALOMON ZUGSPITZ ULTRATRAIL. Iker Karrera Aranburu, ebenfalls vom TEAM SALOMON SPAIN, kam als Zweiter nach 11:09h ins Ziel. Matthias Dippacher benötigte für die 101 Kilometer und 6474 Höhenmeter 11:14.

Mein persönlicher Erfahrungsbericht zum SALOMON ZUGSPITZ ULTRATRAIL 2011

101 Kilometer, 5.474 Höhenmeter, Laufzeit 13 Stunden 6 Minuten (2:10 Stunden hinter der Siegerzeit), Rang 9 von ca. 450 Teilnehmern. Das sind die Eckdaten meines Zugspitz-Ultratrails.

Mit den Song „Highway to hell“ erfolgte der Start um 7:15. Nachdem es die letzten Tage sehr viel geregnet hatte, passte an diesem Tag das Wetter und war angenehmen, mit trockenen Temperaturen von ca. 10 Grad im Tal.

Die ersten 2 Kilometer ging es noch eben durch den Veranstaltungsort Grainau. Sofort setzen sich die Favoriten des Rennens ab und es wurde auch schon im hinteren Feld um Positionen gekämpft. Als ob der Lauf schon an dieser Stelle entschieden würde. Aber irgendwie lasse ich mich auch mitreißen, schaue dann aber auf meine Pulsuhr, halte mich dann aber zurück da ich wegen fehlender Erfahrungen auf solchen Strecken langsam angehen will.

Zieleinlauf Ultratrail 2011
Zieleinlauf Ultratrail 2011

Auch der Laufrucksack mit ca. 4 kg auf dem Rücken macht sich da schon bemerkbar.

Ab KM 25 geht es auf den nächsten 5 Kilometer ca. 1000 Höhenmeter Anstieg hinauf– zum höchsten Punkt der Runde auf 2.200 Meter Seehöhe. Der Steig ist hochalpin. Ich merke dass ich an dem Anstieg immer bisser zurechtkomme und hole einen nach dem anderen der Läufer vor mir ein. Mit einem Auge „schiele“ ich aber immer auf meine Pulsuhr um nicht zu überpacen.

Nach dem passieren des höchsten Punktes der Strecke wechseln nun immer wieder kürzerer bergauf- und bergab Passagen ab, man befindet sich auf über 2000 Meter. Es folgt ein längere Abstige bei dem sich mein rechter Knöchel bemerkbar macht. Zeitweise ist das Auftreten nur noch unter extremen Schmerzen möglich – und es sind noch 50 km bis ins Ziel…

Dann geht’s noch einmal 600 Meter rauf, bevor man über einen 1000 HM Abstieg zum 5. Verpflegungspunkt bei Kilometer 56,9 kommt. Hier sollte eigentlich der Beutel den jeder Teilnehmer hier hinterlegen konnte (mit eigener Verpflegung, Kleidung etc.) zu finden sein. Nach dem kurzen ärztlichen Check und auftanken am Verpflegungsstand frage ich nach meinem Beutel. Ein Schock – dieser ist nicht auffindbar! Also keine eigenen Gels, Bananenbrot und Socken!  Als ich wieder loslaufe bekomme ich von Zuschauer zugerufen „9. super, weiter so“. Ich kann es kaum fassen… Das hätte ich mit der Vorbereitung (zuvor habe ich mich nur auf Distanzen und Bergläufe bis 10 km spezialisiert) von 5 Wochen nie gedacht.

Die nächsten 20-25 Kilometer sind nun nicht mehr sehr schwer, es geht sehr flott dahin. Zum schmerzenden rechten Knöchel kommt aber noch ein Schmerz unterhalb dem Knie dazu. Am Ansatz zum Wadenbein scheint – sehr wahrscheinlich bedingt durch anderes Aufsetzen des Fußes wegen dem Knöchel – etwas nicht zu stimmen. Da die Strecke aber relativ eben ist geht es noch recht gut.

Allerdings wartet bei Kilometer 80 der längste Anstieg am Stück: 1200 Höhenmeter.  Ich habe sehr großen Respekt davor auch schon vor dem Rennen. Und dann noch 1300 Höhenmeter runter ins Ziel. Mit total ausgebrannten und schmerzenden Oberschenkel auch kein ermutigender Gedanke!

Der große Vorteil ist nun dass ich sehr viele Teilnehmer des Supertrails auflaufen kann. Dadurch steigt die Motivation. Der letzte Anstieg kostet mich dann aber wirklich alles was in dem geschunden Körper noch an Energie vorhanden war. Nun folgt der Abstieg. Ich merke schon im sehr anspruchsvollen oberen Teil dass ich kaum noch auf das rechte Bein auftreten kann. Nach 95 gelaufen Km aufgeben!? Auf keine Fall. Also weiter, humpelnd und hüpfend, irgenwie das Bein schonen.

Kurz vor Ende des Abstiegs werde ich noch von Charles-Mangeon Benoit eingeholt. Dieser läuft bergab noch ein unglaubliches Tempo. Noch 2 km bis ins Ziel, ich kann in Sichtweite bleiben. Ich möchte mir nach 13 Stunden den 9. Rang nicht mehr entreißen lassen und mobiliesiere noch einmal alle Reserven. Dadurch dass Charles mit Stöcken unterwegs ist ist er auf der Asphaltpassage im Nachteil und ich kann ihn noch kurz vor dem Ziel abfangen und als 9. finishen!

  Ergebnis Zugspitz Ultratrail 2011